Abstrakte Kunst I Loslassen I. – Julia Petutschnig

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Julia Petutschnig, Loslassen I. ist eine abstrakte Malerei auf Leinwand in der Größe 50×70 cm mit einem dunkelblauen Schattenfugenrahmen. Das Werk ist Ende 2025 entstanden.

Beschreibung

Julia Petutschnig, Loslassen I. , Acrylfarbe auf Leinwand, 50×70 cm, Möllbrücke 2025.

Dieses erste Werk entsteht an einem Punkt, an dem sich etwas lockert.
Nicht aus Kraft, sondern aus Erschöpfung vom Festhalten.

Ich lasse die Farbe fließen und beobachte.
Nicht alles braucht Eingreifen.
Nicht alles braucht Korrektur.

Die dunklen Formen wirken noch kompakt.
Sie erinnern an innere Strukturen, die lange Halt gegeben haben.
Und die gleichzeitig eng geworden sind.

Loslassen bedeutet hier nicht, etwas abzuschneiden.
Es bedeutet, den Druck zu verringern.
Zu erkennen, dass Bewegung möglich wird, wenn man nicht mehr alles zusammenhält.

Dieses Bild steht am Anfang eines Weges.
Noch vorsichtig.
Aber ehrlich.

Serie: Loslassen

Die Serie Loslassen ist aus einer inneren Bewegung heraus entstanden.
Aus der Erfahrung, dass Festhalten oft länger dauert als gut ist.
Und dass sich Räume erst öffnen, wenn man beginnt, den Griff zu lockern.

Im malerischen Prozess lasse ich die Farbe bewusst fließen.
Ich greife nur minimal ein und gebe Entwicklungen Raum.
Nicht alles wird gesteuert. Nicht alles wird korrigiert.

Diese Arbeitsweise spiegelt das wider, was Loslassen im Leben bedeutet.
Man verharrt oft lange in Zuständen, Mustern oder Beziehungen,
ohne zu bemerken, wie sehr sie Körper, Geist und Wohlbefinden einengen.

Loslassen heißt hier nicht, alles hinter sich zu lassen.
Es heißt, sich von dem zu lösen, was klein hält.
Von Worten, Bildern und inneren Formen, die ihre Wirkung behalten haben,
obwohl sie nicht mehr zum eigenen Leben passen.

Strukturfragmente bleiben in allen Arbeiten sichtbar.
Sie stehen für Erinnerungen und Prägungen,
die nicht einfach verschwinden, auch wenn sich etwas verändert.

Die Serie zeigt, dass Entwicklung nicht linear verläuft.
Rückschritte gehören dazu.
Aber man kehrt nicht an den Ausgangspunkt zurück.

Loslassen wird hier als Prozess verstanden,
der Hoffnung, Weite und neue Möglichkeiten freilegt.
Nicht abrupt.

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